Mehrere Optionen für die Therapie einer Kalkschulter


Auf dieser Grundlage kann dann in geeigneter Form an den Einschränkungen der Schulterfunktion und -beweglichkeit gearbeitet werden. Dieses sollte in Kooperation mit dem schulterspezialisierten Orthopäden und Sportphysiotherapeuten erfolgen. Hierbei stehen vor allem das Aufdehnen der hinteren Gelenkkapsel sowie der häufig verkürzten Brustmuskeln im Vordergrund. Geeignete Dehnübungen können durch Physiotherapeuten gezeigt und selbständig durch den Patienten fortgeführt werden.

 

Begleitend wird die neuromuskuläre Kontrolle der Rotatorenmanschette trainiert, bevor dann ein gezieltes Krafttraining erfolgt. Parallel werden Kraft, Stabilität und neuromuskuläre Kontrolle des Rumpfs und der unteren Extremität verbessert, da nur so eine optimale Wurfmechanik des Schultergürtels auch langfristig sichergestellt werden kann.

 

Beim Versagen der physiotherapeutischen Behandlung über einen längeren Zeitraum (sechs Monate), kann es notwendig werden, operativ einzugreifen. Meistens liegen dann vor allem Schäden an der Rotatorenmanschette oder des Bizepssehnenkomplexes vor. 

 

Im Gegensatz zur degenerativen Komplettruptur der Rotatorenmanschette im Alter kommt es im Rahmen der Werferschulter gehäuft zu gelenkseitigen Teilrupturen. Diese können zum Teil von einem orthopädischen Schulterspezialist mit einem Debridement (Entfernung von abgestorbenem oder geschädigtem Gewebe) oder einer entsprechenden Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion versorgt werden.

 

Bei Schäden an der Bizepssehne stehen je nach Lokalisation die operative Wiederbefestigung des Bizepssehnenankers, der so genannte SLAPRepair, oder eine Bizepssehnen- Tenodese (operative Befestigung der Bizepssehne) als Therapieoptionen zur Verfügung.

 

Diese Eingriffe erfolgen arthroskopisch, das heißt minimalinvasiv. Für die Therapie einer Kalkschulter stehen dem behandelnden Orthopäden mehrere Optionen zur Verfügung. Welche Methoden er letztendlich anwendet, hängt in der Regel von den genauen Ursachen und dem Stadium der Erkrankung ab.

Bei starken Schmerzen wird in einem ersten Schritt häufig ein entzündungshemmendes und schmerzlinderndes Mittel wie Ibuprofen oder Diclofenac – entweder in Tablettenform oder als Injektion – verabreicht. Begleitend kann durch gezieltes Kühlen der Schulter das Abklingen der Schmerzen unterstützt werden.

 

Grundsätzlich sollte man sich auf einen längeren Zeitraum von mindestens einem halben Jahr einstellen, bis es zu einer nachhaltigen Besserung der Symptomatik kommt. In minder schweren Fällen kann mit einer Physiotherapie

versucht werden, den Bewegungseinschränkungen entgegenzuwirken. Dadurch

wird auch der Stress in der betroffenen Region vermindert und dem Körper damit Gelegenheit gegeben, den Kalk eigenständig abzubauen. Dies kann auch durch eine Stoßwellentherapie erreicht werden.

 

Sollten die beschriebenen Maßnahmen keine Besserung bewirken, was in schweren Fällen vorkommen kann, ist gegebenenfalls ein operativer Eingriff an der Schulter sinnvoll. Ein solcher Eingriff wird in der Regel arthroskopisch durchgeführt. Dabei kann sich der operative Schulterspezialist mit einem Arthroskop, das durch kleine Schnitte in die Schulter eingebracht wird, ein genaues Bild der Lage machen und gleichzeitig vorhandene Kalkdepots operativ

entfernen. Gegebenenfalls kann bei einem solchen Eingriff auch gleich die Ursache für die Kalkschulter, wie etwa eine Verengung des Sehnenkanals zwischen Oberarmkopf und Schulterdach, behandelt werden.

 

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